Allgemeine Ratschläge zur Entsorgung von Chemikalienabfällen



Die Schule hat die Aufgabe, im kleinen zu zeigen, was im großen möglich und unumgänglich ist. Das schulische Vorbild prägt das spätere Verhalten.

Im folgenden sind nur allgemeine Ratschläge zur Entsorgung von Chemikalien aufgeführt. Diese sollen insbesondere zu einem verantwortungsbewußtem Handeln anleiten. Jeder der experimentiert, ist verpflichtet, sich mit den neuen amtlichen Richtlinien zur Entsorgung von Chemikalien vertraut zu machen und entsprechend zu handeln. Zum Beispiel:

Literatur:
Richtlinien zur Sicherheit im naturwissenschaftlichen Unterricht.
Empfehlung der Kultusministerkonferenz. 1/1995 bzw. neueste Auflage.
Hrsg. Gemeindeunfallversicherungsverband. Am Mittelfelde 69 in 30519 Hannover,
Tel. 0511/8707-0
Best.Nr. GUV 57.1.29



Beachte folgende Grundregeln:
  • Abfälle möglichst vermeiden, zumindest vermindern.
  • Abbaubares kann im Stoffkreislauf verbleiben, um abgebaut zu werden.
  • Nicht Abbaubares muss dem Kreislauf entzogen werden.
  • Wiederverwertbares sollte nach Möglichkeit wiederverwertet werden.


Man wird zwischen folgenden Beseitigungswegen entscheiden:

  • Ins Abwasser (Ausguss): verdünnt oder unverdünnt oder nach chemischer Umsetzung
  • In die Luft: Abzug, verdunsten lassen, ggf. verbrennen
  • In den Hausmüll: Deponie oder Müllverbrennung
  • Auf die Rottedeponie: Biomüll
  • Sondermüll

In einzelnen:

Der Hinweis "problemlos" in den Versuchsanleitungen bedeutet: 
Man entscheide mit gesundem Menschenverstand! Z.B.: verdünnte ungiftige Salzlösungen in den Ausguss; zerbrochenes Glas in den Glasbruch; feste ungiftige Feststoffe in den Hausmüll, Ethanol- oder Methanolreste verdünnt in den Ausguss geben.

Feste ungiftige Stoffe im Kunststoffbeutel oder Behälter sammeln und zur Deponie geben. Z.B.: Kohlepulver, kleine Reste Zinkpulver, Kalk, Gips u.ä.

Säuren, Basen, Salzlösungen (soweit kein Hg, Cd, Pb o.ä.). Kleinere verdünnte Mengen gehören in den Ausguss. Größere Mengen sammelt man gemeinsam in einem Behälter, neutralisiere sie auf pH 8 (z.B. Kalk, NaOH, HCl), gebe die überstehende Flüssigkeit in den Ausguss, den Schlamm in einen Plastikbehälter und diesen zur Deponie. Eisen-, Zink-, Aluverbindungen sind in kleineren Mengen problemlos. 

Schwermetallverbindungen (z.B. Hg, Cd, Pb,) sammeln und neutralisieren (pH 5-7), fälle mit Natriumsulfid als schwerlösliche Metallsulfide: Sondermüll. 

Chromate erst mit Hydrogensulfit in schwerlösliche dreiwertige Verbindungen überführen. Weiter wie Schwermetallverbindungen.

Metallisches Quecksilber aufsammeln mit Quecksilberzange, ggf. mitspitzer Pipette und Saugflasche oder  Mercurisorb® und dem Recycling ggf. dem Sondermüll zuführen. 

Quecksilberverbindungen mit konz. HNO3 lösen. Neutralisieren pH 5-7. Weiter wie Schwermetallverbindungen.

Natrium in Brennspiritus oder Ethanol lösen und dann in den Ausguss (Vorsicht brennbar!)

Kalium in Butanol lösen und in den Ausguss (Vorsicht: brennbar, kann sich ggf. selbst entzünden!). 

Organische Lösungsmittel in Behälter für organische Abfälle und Sondermüll 

Halogenierte KW in Behälter Halogenierte Kohlenwasserstoffe und Sondermüll
 

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